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<title>Pumpf</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Pumpf</span></h1>
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<p>Der <b>Pumpf</b> bezeichnet in der <a href="Pelzbranche" title="Pelzbranche">Pelzbranche</a> den hintersten Rückenabschnitt eines Felles, vor dem Schweif, entgegengesetzt der Kopfpartie. Mit dem <i>Pumpfteil</i>, besser Rumpfteil, ist häufig das ganze Fellteil unterhalb der Fläche zwischen den Vorderpfoten, dem Kreuz, gemeint. Ableitungen sind unter anderem <i>Pumpfstücken</i> für die zu verwertenden <a href="Pelzreste" title="Pelzreste">Pelzreste</a> der Fellverarbeitung oder der <i>Pumpfschnitt</i> bei der Herstellung von <a href="Pelzkollier" title="Pelzkollier">Pelzkolliers</a>. Laut dem Wiener Kürschner <a href="Alexander_Tuma" title="Alexander Tuma">Alexander Tuma</a> jun. gibt es, neben den üblicherweise abfallenden <a href="Fellreste" class="mw-redirect" title="Fellreste">Fellresten</a> (Pfoten-, Schweif- und Kopfstücken), in der Kürschnerwerkstatt gewöhnlich nur eine Dreiteilung der Felle, und zwar in Kopf, Pumpf und Seiten.<sup id="cite_ref-Tumajun_1-0" class="reference"><a href="#cite_note-Tumajun-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Zu ergänzen wäre dies vielleicht doch um den Rücken und das Kreuz, sowie die Wamme, als alternative Benennung der Fellseiten.
</p><p>Das hintere Fellende, der Pumpf, erfordert bei der Verarbeitung oft eine gesonderte Behandlung. Häufig ist das Fell hier dichter und verfilzt (Fuchsfell), oder wird stellenweise flacher (Bisamfell), oder es verändert im allerletzten Bereich seine Farbe oder es ist „verpisst“.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Verarbeitung">Verarbeitung</h2></div>
<p>Die Verfilzung des Pumpfes beim Fuchsfell, das sogenannte „Wilde“, muss bei der Fellverarbeitung häufig abfallen. Insbesondere bei der so genannten „gestürzten“ Kragenverarbeitung, bei der der Haarschlag zur Kragenmitte verläuft, ergibt sich sonst eine unschöne Wulst. Um eine noch bessere Pumpfverbindung zu bekommen, wird zwischen die hier zusammenstoßenden Pümpfe, oder Pumpfhälften bei einem halbfelligen Kragen, ein Lederstreifen zwischengenäht. Dieser <a href="Galonieren" title="Galonieren">Galon</a> mit einer der Haarlänge angepassten Breite verhindert die Kammbildung der zusammenstoßenden Haare.<sup id="cite_ref-Pelzlexikon_XX_2-0" class="reference"><a href="#cite_note-Pelzlexikon_XX-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Bei der Herstellung von Pelzkolliers, den Kragen in Tierform, dienen <i>Pumpfschnitte</i> dazu, die Hinterpfoten dichter an den Schweif und damit in eine parallele Linie mit dem Kollier zu bringen (Näheres zur Formveränderung durch Fellschnitte beziehungsweise <a href="Pelzn%C3%A4hen" title="Pelznähen">Fellnähte</a> siehe unter <a href="Auslassen" title="Auslassen">→ Auslassen</a>).<sup id="cite_ref-Pelzlexikon_XX_2-1" class="reference"><a href="#cite_note-Pelzlexikon_XX-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Das <a href="Bisamfell" title="Bisamfell">Bisamfell</a> zeichnet sich dadurch aus, dass es in den Seiten des Pumpfes, den „Schlösschen“, durch dünner werdendes Oberhaar grauer und besonders kurzhaarig wird.<sup id="cite_ref-Malm/Dietzsch_3-0" class="reference"><a href="#cite_note-Malm/Dietzsch-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-Tumajun_1-1" class="reference"><a href="#cite_note-Tumajun-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Beim Zusammennähen der Felle zu <a href="Pelzhalbfabrikat" title="Pelzhalbfabrikat">Tafeln</a>, zu sogenannten Bisamfuttern, wurden die Felle zu den Seiten hin deshalb „<a href="Pelzn%C3%A4hen#Auftrittsnaht" title="Pelznähen">aufgetreten</a>“. Dazu werden die kurzhaarigen Pumpfseiten soweit auf den anschließenden Kopf des nächsten Felles geschoben, dass sie das längere Kopfhaar abdecken und dann, so übereinandergelegt, festgenäht. Als gegen Ende des 20. Jahrhunderts wieder einmal samtige Pelze modern wurden und die Bisamtafeln zu „Samtbisam“ geschoren wurden, störten die aufgetretenen Ecken, es entstanden dort durch das Scheren hässliche Stellen. Da beim Scheren die Haarlängen ohnehin ausgeglichen werden, werden die Futter derzeit ohne Auftreten vorkonfektioniert.<sup>Stand 2017</sup>
</p><p>Die eventuell bei der Verarbeitung abgefallenen Pumpfstücken werden zu Pumpfstückenbodys zusammengenäht, zum Beispiel die vom Bisamfell. Diese <a href="Pelzhalbfabrikat" title="Pelzhalbfabrikat">Pelzhalbfabrikate</a> werden zu Pelzteilen weiter verarbeitet, hauptsächlich zu <a href="Pelzinnenfutter" title="Pelzinnenfutter">Pelzinnenfuttern</a>. Hauptplatz der europäischen <a href="Pelzreste" title="Pelzreste">Pelzresteverwertung</a> ist die griechische Provinz <a href="Kastoria_(Regionalbezirk)" title="Kastoria (Regionalbezirk)">Kastoria</a> mit den beiden Orten <a href="Kastoria" title="Kastoria">Kastoria</a> und dem kleineren <a href="Siatista" title="Siatista">Siatista</a>. Der griechische Name der Kürschner für den Pumpf ist „Founta“.<sup id="cite_ref-Fränkel_4-0" class="reference"><a href="#cite_note-Fränkel-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In einer Beschreibung des Kürschnerhandwerks eines Berliner Autors aus dem Jahr 1782 hieß es im Zusammenhang über die Herstellung einer <a href="Muff_(Kleidung)" title="Muff (Kleidung)">Mardermuffe</a>: „Zwey und zwey Paar zusammengesetzte Felle werden wieder dergestalt zusammengenehet, daß der Bumpf[!] des einen Paares, oder das Fell im Kreutz bis an die Lenden herunter, mit dem Kopf des nächsten Paares zusammenstößt, damit die Haare einerley Strich behalten.“<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Auch erwähnt er, dass der Bumpf oder der Bauch (fälschlich) der <a href="Fehfell" class="mw-redirect" title="Fehfell">Fehfelle</a>, der sehr <a href="Rauchwaren" title="Rauchwaren">rauch</a> (vollhaarig) ist, als <a href="Paspel" title="Paspel">Vorstoß</a> für Frauenhandschuhe verwendet wurde.<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-Tumajun-1"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-Tumajun_1-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Tumajun_1-1">b</a></sup></span> <span class="reference-text">
Alexander Tuma jun.: <cite style="font-style:italic">Die Praxis des Kürschners</cite>. Julius Springer, Wien 1928, <a href="Deutsche_Nationalbibliothek" title="Deutsche Nationalbibliothek">DNB</a>&nbsp;<a rel="nofollow" class="external text" href="https://portal.dnb.de/opac.htm?referrer=Wikipedia&amp;method=simpleSearch&amp;cqlMode=true&amp;query=idn%3D1028116640">1028116640</a>, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>11,&nbsp;94,&nbsp;100</span>.<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Pumpf&amp;rft.au=Alexander+Tuma+jun.&amp;rft.btitle=Die+Praxis+des+K%C3%BCrschners&amp;rft.date=1928&amp;rft.genre=book&amp;rft.pages=11%2C+94%2C+100&amp;rft.place=Wien&amp;rft.pub=Julius+Springer" style="display:none">&nbsp;</span></span>
</li>
<li id="cite_note-Pelzlexikon_XX-2"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-Pelzlexikon_XX_2-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Pelzlexikon_XX_2-1">b</a></sup></span> <span class="reference-text">
Alexander Tuma: <cite style="font-style:italic">Pelz-Lexikon. Pelz- und Rauhwarenkunde</cite>. <span style="white-space:nowrap">Band<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>XX</span>. Alexander Tuma, Wien 1950, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>184–185</span> (Stichworte „Pumpf“, „Pumpfbehandlung“).<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Pumpf&amp;rft.au=Alexander+Tuma&amp;rft.btitle=Pelz-Lexikon.+Pelz-+und+Rauhwarenkunde&amp;rft.date=1950&amp;rft.genre=book&amp;rft.pages=184-185&amp;rft.place=Wien&amp;rft.pub=Alexander+Tuma&amp;rft.volume=XX" style="display:none">&nbsp;</span></span>
</li>
<li id="cite_note-Malm/Dietzsch-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-Malm/Dietzsch_3-0">↑</a></span> <span class="reference-text">Friedrich Malm, August Dietzsch: <i>Die Kunst des Kürschners.</i> Fachbuchverlag Leipzig, 1951, <span class="-print" style="white-space:nowrap"><a href="Deutsche_Nationalbibliothek" title="Deutsche Nationalbibliothek">DNB</a> <a rel="nofollow" class="external text" href="https://d-nb.info/453192572">453192572</a></span>, S. 239. (→ Buchdeckel und Inhaltsverzeichnisse).</span>
</li>
<li id="cite_note-Fränkel-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-Fränkel_4-0">↑</a></span> <span class="reference-text">Christian Franke, Johanna Kroll: <cite style="font-style:italic"><a href="Jury_Fr%C3%A4nkel" title="Jury Fränkel">Jury Fränkel</a>’s Rauchwaren-Handbuch 1988/89</cite>. 10., überarbeitete und ergänzte Neuauflage Auflage. Rifra-Verlag, Murrhardt 1988, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>378</span>.<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Pumpf&amp;rft.au=Christian+Franke%2C+Johanna+Kroll&amp;rft.btitle=Jury+Fr%C3%A4nkel%E2%80%99s+Rauchwaren-Handbuch+1988%2F89&amp;rft.date=1988&amp;rft.edition=10.%2C+%C3%BCberarbeitete+und+erg%C3%A4nzte+Neuauflage&amp;rft.genre=book&amp;rft.pages=378&amp;rft.place=Murrhardt&amp;rft.pub=Rifra-Verlag" style="display:none">&nbsp;</span></span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>P. N. Sprengels Künste und Handwerke in Tabellen</i>. 2. Sammlung, 2. Auflage, Verlag der Buchhandlung der Realschule, Berlin 1782, S. 455–456. <a rel="nofollow" class="external text" href="https://books.google.de/books?id=W9iDIINOxIYC&amp;dq=P.%20N.%20Sprengels%20K%C3%BCnste%20und%20Handwerke%20in%20Tabellen%20%22K%C3%BCrschner%22&amp;hl=de&amp;pg=PA426#v=snippet&amp;q=im%20Kreutz%20bis%20an%20die%20Lenden%20herunter&amp;f=false">(books.google.de)</a></span>
</li>
<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>P. N. Sprengels Künste und Handwerke in Tabellen</i>. 2. Sammlung, 2. Auflage, Verlag der Buchhandlung der Realschule, Berlin 1782, S. 412. <a rel="nofollow" class="external text" href="https://books.google.de/books?id=W9iDIINOxIYC&amp;dq=P.%20N.%20Sprengels%20K%C3%BCnste%20und%20Handwerke%20in%20Tabellen%20%22K%C3%BCrschner%22&amp;hl=de&amp;pg=PA412#v=snippet&amp;q=B%C3%BCmpfe&amp;f=false">(books.google.de)</a></span>
</li>
</ol></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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